Nachhaltig Leben

Ernährung

Anteil der Lebensmittelproduktion an den gobalen Treibhausgasemissionen
26%
Anteil der Ernährung am pro Kopf Treibausgasausstoß in Deutschland
15%

Die Lebensmittelproduktion hat einen Anteil von etwas 26% an den globalen Treibhausgasemissionen1. In Deutschland hat die Ernährung etwa einen Anteil von 15% an den pro Kopf Treibhausgasemissionen2.

Welchen Anteil unsere Ernährung an unserem persönlichen Ökologischen Fußabdruck hat, hängt allerdings davon ab, wie wir uns ernähren. Generell gilt, dass eine fleischreiche Erährung einen größeren Fußabdruck hat als eine pflanzenreiche Ernährung.

Wie du den Ökologischen Fußabdruck deiner Ernährung reduzieren kannst und welche Veränderungen den größten Unterschied machen, erfährst du auf dieser Seite. Und wenn du dich auch für die Daten & Fakten interessierst, die dahinter stecken, findest du diese weiter unten.

Obst und Gemüse für eine nachhaltige Ernährung - Photo by Ella Olsson from Pexels

Nachhaltig Ernähren

Wie wir den Ökologischen Fußabdruck unserer Ernährung reduzieren können

Die folgenden Tipps für eine nachhaltigere Ernährung sind in etwa in der Reihenfolge der Umweltauswirkungen angegeben, angefangen mit der Veränderung, die den größten Unterschied machen und deinen Fußabdruck am meisten reduzieren kann.

Während der Umstieg von  einer fleischlastigen Ernährung auf eine vollständig vegane Ernährung den größten Unterschied hinsichtlich des CO2-Fußabdruck machen würde, ist eine derart drastische Änderung nicht erforderlich, um sich nachhaltig zu ernähren. Fleisch kann durchaus Teil einer gesunden und umweltbewussten Ernährung sein, wenn es in Maßen konsumiert wird und aus einer nachhaltigen Produktion stammt. Der Fokus sollte hier auf weniger, aber besseres Fleisch liegen. Weniger und dafür besseres Fleisch zu essen ist umweltfreundlicher, klimaschonender, fairer und gesünder. Denn ein besserer Fleischkonsum3 bedeutet:
  • Besser für die Umwelt und das Klima: die Herstellung mit natürlicheren Methoden und Reduzierung von Treibhausgasemissionen, z.B. durch eine den Verzicht auf synthetische Dünger,
  • Besser für die Artenvielfalt: Weidehaltung und lokale Zuchtrassen,
  • Besser für das Tierwohl: artgerechte Tierhaltung mit genug Platz, frischer Luft und die Möglichkeit natürliche Verhaltensweisen auszuleben,
  • Besser für die Rentabilität der Bauern: kleinräumige, hochwertige Produktion ist oft rentabler für Bauern,
  • Besser für Fairness: eine fairere Entlohnung für Produzenten und Angestellte, Verfügbarkeit für Menschen aus einkommenschwächeren Verhältnissen und ein gerechterer Konsum weltweit,
  • Besser für die Abfallvermeidung: so viel wie möglich vom Tier nutzen, Vermeidung der Nutzung von essbarem Fleisch im Tierfutter und weniger Abfall zu Hause durch eine höhere Wertschätzung,
  • Besser für die Qualität und den Geschmack: Beides ist subjektiv, doch umfasst oftmals die Herkunft und Produktionsweise, z.B. Freilandhaltung und Bio; ein besseres, teueres Stück Fleisch; die Frische oder Reife des Fleisches;
  • Besser für unsere Gesundheit: ein hoher Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch wird mit einem höheren Risiko für bestimmte Erkrankungen in Verbindung gebracht (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Darmkrebs);
  • Besser für erneute Verbindung von Produzenten und Konsumenten: der Fokus auf die Herkunft erhöht die Wertschätzung des Fleisches, in dem es die Verbindung zwischen dem Konsumer, dem Tier und dem Bauern verstärkt.
Für uns als Konsumten heißt besser also das Fleisch vom lokalen Bauern, der Wert auf eine umweltschonende Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung legt bzw. Bio-Fleisch (siehe auch Produkte mit Siegel) anstatt konventionell hergestelltes Fleisch zu wählen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfielt für eine ausgewogene Ernährung 300 bis 600g Fleisch pro Woche, was etwa 2-3 Portionen entspricht. Umweltauswirkungen der Fleischproduktion Industriell hergestelltes Fleisch hinterlässt einen ziemlich großen Fußabdruck, da die Herstellung von Fleisch- und Fleischprodukten viele Ressourcen braucht. Hier ist eine Übersicht:
  • Land für die Haltung von Tieren: etwa 70% der weltweiten landwirtschaftlich genutzten Flächen werden als Weideland genutzt4,
  • Land zur Produktion von Futtermitteln: 30% der weltweiten Anbauflächen werden für den Anbau von Futtermitteln genutzt4,
  • Dünger: die Herstellung von Dünger ist sehr energieintensiv und der erhöhte Nährstoffeintrag in die Umwelt bei der Verteilung auf Feldern schädigt natürliche Ökosysteme5,
  • Lagerung & Verteilung von Mist: Weltweit ist die Menge an Stickstoff und Phosphor in Mist höher als die in künstlichem Dünger. Dadurch ist die Viehwirtschaft die Hauptursache für die von Menschen verursachte Störung des Stickstoff- und Phosphorkreislaufs6,
  • Störung der natürlichen Nährstoffkreisläufe: Nährstoffkreisläufe werden nicht nur durch die Anwendung von künstlichem Dünger und nährstoffreichem Mist gestört, sondern auch durch die Trennung von Futtermitteln und Vieh. So werden zum Beispiel Soyabohnen in Brasilien angebaut und anschließend in die EU importiert, wo sie Futtermitteln beigegeben werden. Die Nährstoffe aus dem Boden werden dadurch mitexportiert und als Mist in der EU wieder ausgeschieden. Dort, wo das Futtermittel herkommt müssen daher künstliche Dünger eingesetzt werden, um die Nährstoffe zu ersetzen. Im Land der Fleischproduktion landen durch die Verteilung der Gülle auf Feldern dagegen zu viele Nährstoffe in der Umwelt, da die Lagerung, der Transport und sachgerechte Entsorgung teuer sind7,8.
  • Treibhausgasemissionen: Zusätzlich zu CO2 werden noch zwei weitere Treibhausgase, die ein höheres Erwärmungspotenzial haben als CO2: Methan (CH4) und Stickstoffdioxid (NO2)9,
  • Massentierhaltung: Zuchttiere in Mastanlagen haben oft eine Reihe von gesundheitlichen Problemen, bedingt durch das schnelle Wachstum. Die präventive Anwendung von Antibotika, insbesondere in der Schweine- und Geflügelzucht, erhöht das Risiko für die Entwicklung von resistenten Bakterien. Falls diese uns Menschen krank machen, würden die verfügbaren Antibiotika nicht mehr wirken10

Um marine Ökosysteme zu schützen ist es wohl am besten, wenn wir nur wenig Fisch essen, denn ob es soetwas wie nachhaltigen Fisch gibt ist, fragwürdig11.

Wild gefangener Fisch

Seit 1950 hat sich die Menge an gefangenem Fisch um ein verneunfacht, wodurch sich die weltweiten Fischvorkommen massiv reduziert haben. Doch es sind nicht nur weniger Fische im Meer. Die Fischbestände, die es noch gibt, haben kaum eine Chance sich zu erholen. Denn etwa 90% der globalen Fischbestände sind entweder bis an die biologischen Grenzen befischt (60%) oder überfischt (34%)12.

Fisch aus Aquakulturen

Seit 2014 wird mehr Fisch für den menschlichen Verzehr in Aquakulturen produziert als wild gefangen13. Doch genau wie die Zucht von Landtieren braucht die Fischzucht eine Menge an Ressourcen, was wiederum negative Umweltfolgen mit sich bringt. So werden zum Beispiel viele Zuchtfische wie Lachs und Thunfisch mit Wildfang, Nebenprodukten aus der Fischindustrie und Nutzpflanzen gefüttert14,15. Letzteres bedeutet, dass der Fußabdruck unseres Fischkonsums nun auch die die Nutzung von Land, Dünger und Pestiziden umfasst15. In vielerlei Hinsicht unterscheidet sich die Fischzucht kaum von der Mast von Landtieren: Hormone werden benutzt um das Wachstum der Fische zu fördern, Antibotika verhindern Krankheiten und Pflanzenvernichtungsmittel hämmen das Wachstum von Wasserunkraut und Algen16. Je nach Aufzucht können diese Substanzen in die Umwelt gelangen, wo sie natürliche Ökosysteme gefährden.

Pflanzliche Milchprodukte wie Soya-, Hafer- und Mandelmilch sind eine klimaschonende Alternative zu tierischer Milch (siehe Daten & Fakten). Mindestens eine Portion Milch oder Eier am Tag durch pflanzliche Alternativen zu ersetzen, kann deinen CO2-Fußabdruck schon beträchtlich senken.

Der CO2-Fußabdruck von Milchprodukten und Eiern ist relativ hoch und liegt zwischen Fleischprodukten wie Rind & Lamm und Obst & Gemüse. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass Tiere aufgezogen, gehalten und gefüttert werden müssen, um diese Produkte herzustellen. Und somit sind die Umweltauswirkungen ähnlich der Fleischproduktion. Käse hat dabei einen höheren CO2-Fußabdruck als Milch, da für 1kg Käse ein vielfaches an Milch benötigt wird und die Produktion aufwendiger ist.

Wenn es darum geht nachhaltiger zu leben, fokusieren wird uns oft auf die Lebensmittel, die wir nicht haben können, anstatt auf die, die wir reichlich essen können wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide. Mehr vegetarische Gerichte zu kochen ist oft eine Sache der Gewohnheit und mit der Zeit wird es immer einfacher. Am Anfang wirst du Fleisch und Fisch sicherlich noch missen, aber auch das legt sich mit der Zeit.

Zudem hat eine Ernährung reich an pflanzlichen Lebensmitteln auch noch einen positiven Nebeneffekt: Weniger, aber dafür besseres Fleisch und Fisch zu essen fühlt sich gut an und macht die Mahlzeiten mit Fleisch oder Fisch etwas besonderes. Das Besondere schätzen wir mehr Wert und können es so – zufrieden mit unserer Entscheidung für gutes Fleisch und Fisch – genießen.

Mit weggeworfenen Lebensmitteln verlieren wir nicht nur wertvolle Mahlzeiten, sondern auch die Ressourcen, die während der Produktion verbraucht wurden.

Weltweit werden etwa 1/3 aller in einem Jahr produzierten Lebensmittel weggeworfen. Im Vergleich zu der Fläche von Ländern ist die Fläche, auf der Lebensmittel produziert, aber nicht konsumiert werden, größer als die von Kanada, aber kleiner als Russland. In Bezug auf Treibhausgasemissionen ist Lebensmittelverschwendung nach den USA und China der drittgrößte Verursacher von Emissionen17.

Damit ist die Vermeidung von Lebensmittelabfällen eine der wichtigsten Veränderungen, die wir machen können um nachhaltiger zu leben.

Und was die Lebenmittelreste, wie Schalen und Blätter betrifft, die unverweigerlich in der Küche anfallen, so werden diese am besten über den Biomüll oder Kompost entsorgt. Dies unterstützt eine biologische Kreislaufwirtschaft, in der die Nährstoffe als Dünger wieder dem natürlichen Kreislauf zugeführt werden oder durch anaerobe Gärung in Biogas umgewandelt werden18. Zudem verhindert es, dass Lebensmittelabfälle auf Mülldeponien vergammeln, wobei das potente Treibhausgas Methan entsteht.

Falls du oft Essen gehst oder dir ein Take-away bestellst, versuche doch mal öfters selber zu kochen, um deinen Fußabdruck zu reduzieren. Suche dir ein paar einfache Rezepte raus und los geht’s! Und während du dir schon die Mühe machst, friere doch eine extra Portion für einen anderen Tag ein oder nehme es am nächsten Tag mit zur Arbeit. Wenn dir dann doch nicht nach Kochen ist, versuche auf die folgenden Dinge zu achten:
  • Unterstütze lokale, unabhängige Restaurants, die Wert auf gute Qualität legen und ihre Mitarbeiter fair entlohnen,
  • Wähle ein vegetarisches Gericht, das einen kleinen Fußabdruck hat als ein Fleisch- oder Fischgericht,
  • Iss alles auf oder nehme den Rest mit nach Hause (vielleicht sogar in deinem eigenen Container).
Selber kochen hat einen kleineren Fußabdruck als Essen zu gehen bzw. sich ein Take-away zu bestellen, da die Zubereitung in Restaurants energieintensiver ist. Dazu zählt die Betreibung des Restaurants sowie die Kühlung und Zubereitung von Lebensmitteln19.

Der Kauf von Speisen und Getränken unterwegs produziert leider oft eine Menge Müll. Und nicht nur das, die Herstellung ist auch energieintensiver, da die Lebensmittel noch zusätzlich verarbeitet und verpackt werden müssen. Daher hat ein frisch zubereiteter Sandwich zu Hause oft einen kleinen Fußabdruck, insbesondere wenn er auch noch vegetarisch ist.

Wenn du dennoch gerne mal etwas unterwegs kaufen möchtest, kannst du mit den folgenden Tipps auf jeden Fall schon mal den Verpackungsmüll reduzieren, der oft dabei anfällt:

  • Nehme dir für Wasser eine wiederverwendbare Trinkflasche von zu Hause mit,
  • Benutze einen wiederverwendbaren Trinkbecher für heiße Getränke,
  • Frage, ob sie das Essen in deinen eigenen Container abfüllen können,
  • Wähle ein vegetarisches Gericht.

Doch wie das zweite Diagramm unten zeigt: die Treibhausgasemissionen, die bei der Verarbeitung der Lebensmittel entlang der Lieferkette entsehen, haben einen relativ geringen Anteil am Gesamtfußabdruck. Daher spielt was wir essen eine größere Rolle als wie es verarbeitet wurde.

Lebensmittel aus der Region und in Saison lassen sich super auf dem Wochenmarkt einkaufen. Dort bieten lokale Produzenten eine große Auswahl an frischen Lebensmitteln an: Gemüse, Obst, Backwaren, Käse, Fleisch und Fisch.

Lokal einkaufen unterstützt nicht nur lokale Unternehmen und damit die regionale Wirtschaft, sondern vermeidet auch lange Transportwege wenn das Produkt auch noch lokal hergestellt wurde. Da Treibhausgasemissionen vom Transport einen geringen Anteil am gesamten CO2-Fußabdruck von Lebensmittel haben, ist für unseren persönlichen Fußabdruck jedoch entscheidender was wir essen als woher es kommt (siehe Daten & Fakten).

Im Falle von Fleisch hat es also nur geringe Auswirkungen auf deinen Fußabdruck, ob das Rind in der Region aufgezogen wurde oder in einem anderen Land. Das entscheidende für deinen Fußabdruck ist die Tatsache, dass es Rind ist20.

Im Falle von Obst und Gemüse spielt das Herkunftsland jedoch eine wichtigere Rolle in Bezug auf den Fußabdruck. Regional angebautes Obst und Gemüse hat häufig nur einen geringen Fußabdruck, wenn es gerade Saison hat. Ansonsten ist es klimaschonender das Produkt, das im Ausland angebaut wurde, zu wählen. Denn der Anbau von Tomaten in Treibhäusern in Deutschland oder den Niederlanden verbraucht mehr Energie als sie aus dem Süden Europas zu importieren, wo sie Saison haben und unter freiem Himmel wachsen20.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: frisches Obst und Gemüse, das per Flugzeug importiert wird, hat relativ hohe Transportemissionen. Dies ist häufig der Fall bei Spargel, grünen Bohnen und Beeren. Allgemein gilt, falls es schnell verfällt und einen weiten Weg gereist ist, ist es wahrscheinlich per Flugzeug geliefert worden20.

Es gibt einige Siegel, die uns beim Einkauf helfen können Produkte zu wählen, die besser sind für die Umwelt, das Klima, das Tierwohl und die Produzenten sowie deren Angestellten. Hier ist eine Auswahl der häufigsten Siegel und Logos, die mehr Nachhaltigkeit garantieren. Das Bio-Siegel bedeutet, dass21,22:
  • die Lebensmittel nicht bestrahlt werden,
  • keine gentechnisch veränderten Organismen verwendet werden,
  • keine synthetischen Dünger und Pflanzenschutzmittel sowie gentechnisch veränderte Futterpflanzen verwendet werden,
  • abwechslungsreiche, weite Fruchtfolgen
  • die Tiere artgerecht gehalten werden, Platz für Bewegung haben bzw. viel Zeit auf der Weide verbringen,
  • die Tiere mit ökologisch produzierten Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern gefüttert werden,
  • der Einsatz von Medikamenten nur in Ausnahmefällen erlaubt ist
  • der Lebendtransport der Tiere überschreitet vier Stunden nicht.
Neuland-Fleisch23
  • Fleisch aus tiergerechter Haltung,
  • Mehr Platz für jedes Tier als gesetzlich vorgeschrieben,
  • Haltung auf Stroh,
  • Auslauf ins Freie und Weidehaltung,
  • Verwendung regionaler Futtermittel,
  • kein gentechnisch verändertes Futtermitel,
  • keine präventive Antibiotikabehandlung,
  • Bäuerliche Landwirtschaft mit Bestands- und Flächenobergrenzen.
Marine Stewardship Coucil (MSC)-Siegel24 für eine nachhaltige Fischerei
  • Befischung von Beständen in einem guten Zustand,
  • das Ökosystem Meer wird geschont,
  • nachhaltiges Management der Fischbestände.
Die Zertifizierung mit dem MSC-Siegel steht allerdings wegen fehlender Transparenz und Qualität in der Kritik. Naturland Aquakultur und Fischerei25
  • Transparenz vom Fang bis zum Teller,
  • Achtung des Tierwohls,
  • Schutz der Umwelt und Ökosysteme,
  • Ökologische Verarbeitung,
  • Sozialstandards an Bord und in den Betrieben,
  • Frei von Gentechnik.
FAIRTRADE26
  • fair angebaute und gehandelte Produkte,
  • Zutaten sind zu 100% unter Fairtrade-Bedingungen gehandelt,
  • das Logo wird häufig auf Bananen, Kaffee, Kakaoprodukten, Zucker, Wein und Blumen gefunden, doch auch eine Vielzahl von anderen Produkten tragen das Fairtrade-Logo. Es lohnt sich also danach Ausschau zu halten!
Ohne Gentechnik27,28
  • Nutzung von Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen ist verboten,
  • Verbot von Lebensmittelzusatzstofe, die mithilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt wurden,
  • Für tierische Produkte dürfen keine gentechnisch veränderten Futtermittel gefüttert werden.
Identitätskennzeichen29
  • Pflichtkennzeichnung auf tierischen Lebensmitteln,
  • Dient der Lebensmittelüberwachung,
  • Die Betriebsnummer gibt an, wo das Produkt zuletzt bearbeitet wurde und gibt keine Auskunft über die Herkunft der Rohstoffe.
EU-Bio-Logo
EU-Bio-Logo
Deutsches Biosiegel
Deutsches Bio-Siegel
Neuland
Neuland-Fleisch
MSC-Siegel
MSC-Siegel
Naturland Logo
Naturland
Fairtrade Logo
Fairtrade
Ohne Gentechnik
Ohne Gentechnik
Identitätskennzeichen auf Lebensmitteln
Identitäts- kennzeichen
Anmerkung zur Bio-Kennzeichnung: Bio-Lebensmittel, die in der EU hergestellt werden, müssen das EU-Bio-Logo tragen. Das deutsche Biospiegel ist in seinen Anforderungen mit dem EU-Bio-Logo vergleichbar, ist aber eine freiwillige Kennzeichnung. Zudem gibt es deutsche Öko-Anbauverbände, die ökologisch erzeugte Lebensmittel zertifizieren. Dazu gehören: Bioland, Naturland, Demeter, Biokreis, Eco vin, Biopark, Gäa, Ecoland oder Verbund Ökohöfe30.

Daten & Fakten

Was verursacht die Treibhausgasemissionen?

Mehr als 80% der Treibhausgasemissions in der Lebensmittelproduktion sind auf die Herstellung zurückzuführen und der Rest auf die Lieferkette (blau in Abbildung). Zur Herstellung gehört die Veränderung der Landnutzung (z.B. von Wald zu Feld) (braun), der Pflanzenbau (grün) und die Aufzucht von Tieren auf Höfen und Betrieben (rot)1. Ein großer Anteil der Treibhausgasemissionen in der Lebensmittelproduktion gehen mit mehr als 60% auf die Aufzucht von Nutztieren zurück. Da die Viehzucht für zwei Drittel (67%) der Emissionen durch die Veränderung der Landnutzung verantwortlich ist, ist eine pflanzenreiche Ernährung nicht nur klimaschonend sondern auch gut für die Erhaltung von natürlichen Ökosystemen und damit dem Schutz der Artenvielfalt.

Treibhausgasemissionen verschiedener Lebensmittel

Ein Blick auf die Treibhausgasemissionen von einzelnen Lebensmitteln zeigt ebenfalls, dass tierische Produkte einen größeren CO2-Fußabdruck haben als pflanzliche31. Ganz oben auf der Liste ist dabei Rind, gefolgt von Lamm, Käse und Rind aus einer Milchkuhherde. Zu den pflanzlichen Lebensmitteln mit dem größten CO2-Fußabdruck gehören Schokolade, Kaffee, Palmöl und Olivenöl. Doch die Abbildung zeigt noch etwas: Was wir essen hat einen größeren Einfluss auf den CO2-Fußabdruck unserer Ernährung als woher es kommt20,31.

Nutzung der globalen Landfläche

Landwirtschaftlich genutzte Fläche umfasst etwa 1/3 der globalen Landoberfläche. Ungefähr 80% davon wird für die Viehzucht (Weideland + Anbau von Futtermitteln) genutzt4. Dies spiegelt sich auch in den Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft wieder, insbesondere in den Emissionen, die durch die Veränderung der Landnutzung entstehen. Da für die meisten Lebensmittel der Ressourcenverbrauch und die Treibhausgasemissionen am höchsten bei der Landnutzungsveränderung und auf dem Hof/Betrieb sind, spielt was wir essen eine größere Rolle für unseren Ökologischen Fußabdruck als die Verarbeitung, die Herkunft, der Verkauf und die Verpackung.
"One of the greatest opportunities to live our values - or to betray them - lies in the food we put on our plates."

1 Ritchie, Hannah, 2019. Food production is responsible for one-quarter of the world’s greenhouse gas emissions. Our World in Data.

2 Umwelt Bundesamt, 2020. Konsum und Umwelt: Zentrale Handlungsfelder.

3 WWF UK 2013: Prime cuts – Valuing the meat we eat

4 WWF Planet Living Report 2016, pp. 94

5 Rockström, J. et al. 2009. A safe operating space for humanity. Nature 461, 472-475

6 Bouwman et al. 2013, Exploring global changes in nitrogen and phosphorus cycles in agriculture induced by livestock production over the 1900-2050 period. PNAS 110, 20882-20887

7 Heinrich-Böll-Stiftung und Bund für Umwelt- und Naturschutz 2016. Fleischatlas – Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel: Deutschland regional.

8 Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt- und Naturschutz, L. M. diplomatique 2014. Fleischatlas 2014 – Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel.

9 Food and Agriculture Organization of the United Nations 2006. Livestock´s long shadow.

10 Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt- und Naturschutz, L. M. diplomatique 2013. Fleischatlas 2013 – Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel.

11 Lawton, G. Is there any type of fish you can actually eat sustainably? New Scientist, 10 February 2021

12 Food and Agriculture Organization of the United Nations. The State of World Fisheries and Aquaculture 2020

13 Food and Agriculture Organization of the United Nations 2016. In brief: The State of World Fisheries and Aquaculture.

14 Food and Agriculture Organization of the United Nations 2016. The State of the World Fisheries and Aquaculture.

15 Fry, J. P. et al. 2016. Environmental health impacts of feeding crops to farmed fish. Environ. Int. 91, 201–214

16 Cole, D. W. et al. 2099. Aquaculture: Environmental, toxicological, and health issues. Int. J. Hyg. Environ. Health 212, 369–377

17 Food and Agricultural Orgnisation of the United Nations, 2013. Food Wastage Footprint. Impact on Natural Resources. ISBN: 97892510775.

18 Ellen MacArthur Foundation, 2015. Towards a circular economy: Business rationale for an accelerated transition.

19 WWF, 2018. Der WWF-Klimarechner: Berechnen Sie Ihren CO2-Fußabdruck.

20 Ritchie, Hannah, 2020. You want to reduce your carbon footprint of your food? Focus on what you eat, not whether your food is local. Our World in Data.

21 WWF, 2016: Empfehlungen zum Fleischkauf

22 WWF, 2016: Wofür steht das Bio-Siegel?

23 Neuland, Qualitätsfleisch aus tiergerechter Haltung

24 Marine Stewardship Council, Die MSC Standards

25 Naturland, Naturland Aquakultur und Fischerei

26 FAIRTRADE Deutschland. FAIRTRADE-Siegel auf einen Blick

27 VLOG, Wofür steht das “Ohne GenTechnik”-Siegel?

28 Verbraucherzentrale, 2019. Lebensmittel: Zahlen, Zeichen, Codes und Siegel.

29 Lebensmittelklarkeit, Verbraucherzentrale. Identitätskennzeichen.

30 Verbraucherzentrale 2021. EU-Bio-Logo: Einheitliches Logo für verpackte Öko-Produkte.

31 Ritchie, H. und Roser, M. 2020. Environmental impacts of food. Our World in Data.